Datum der Publikation 09/08/2017
Urlaub mit Baby
Tipps, Erfahrungen und ungeschriebene Regeln für einen gelungenen Familienurlaub.
Erfahrungsbericht kann Sie dabei inspirieren, Ihr ideales Zuhause am Meer zu finden und jene Momente zu erleben, die für immer in Erinnerung bleiben.
Als ich ein Kind war, dufteten die Ferien nach Sonnencreme, Pinien und frisch bewässertem Gras. Ich bin fest davon überzeugt, dass in diesen unauslöschlichen Erinnerungen ein Teil meiner heutigen Stärke, meiner Lebensfreude und meiner inneren Ruhe liegt. Ich war ein glückliches Kind, sehr glücklich sogar, und die Sommerferien waren meine liebste Zeit des Jahres. Bis heute bewahre ich jeden dieser scheinbar endlosen Augenblicke in mir. Wer möchte seinen Kindern nicht ebenso schöne Erinnerungen schenken? Heute bin ich selbst Mutter von zwei kleinen Kindern: Sabrina ist drei Monate alt, Alaye drei Jahre. Nun liegt es an mir, einen Ort zu finden, der wirklich zu unserer Familie passt. Und ich glaube, dieses Jahr habe ich ihn gefunden.
Die goldenen Regeln
Nach einigen Jahren als Mutter habe ich gelernt, dass es fünf grundlegende Regeln gibt, damit Reisen mit Kindern möglichst entspannt gelingt, auch wenn sich Unvorhergesehenes natürlich nie ganz vermeiden lässt.
Erstens: Vergessen Sie die Eile. Babys und Kinder haben ihren eigenen Rhythmus, und zumindest im Urlaub lohnt es sich, diesen zu respektieren. Nutzen Sie das langsamere Tempo Ihres Babys als Gelegenheit, selbst den Alltag hinter sich zu lassen. Atmen Sie tief durch und sagen Sie sich: Es gibt keinen Grund zur Eile. Kein Grund zur Eile. Kein Grund zur Eile. Gegen Ende der ersten Woche werden Sie merken, wie wenig Sie eigentlich erledigen müssen. Schultern und Rücken lockern sich, die Gedanken kommen zur Ruhe. Gönnen Sie sich diese Pause.
Zweitens: Machen Sie das Nichtplanen zu Ihrer Urlaubsphilosophie. Je weniger fest verplant ist, desto besser. Urlaub ist dazu da, sich zu entspannen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Lassen Sie kulturelle Pflichttermine und durchgetaktete Reisepläne mit besonders unternehmungslustigen Freunden diesmal beiseite. Für den ersten Urlaub mit Baby reicht oft ein gut erreichbares Ziel am Meer, etwa Andalusien, die Kanaren, die Balearen oder die Costa del Sol. Für aufwendigere Reisen bleibt später noch genügend Zeit.
Drittens: Behalten Sie möglichst die gewohnten Zeiten für Mahlzeiten, Schlaf und Baden bei, ohne sich selbst oder die Kinder damit unter Druck zu setzen. So lassen sich Müdigkeit, Unruhe und mancher Wutanfall leichter vermeiden. Babys weinen, wenn sie müde, hungrig oder gestresst sind. Sie reagieren auf Lärm, große Hitze, stark heruntergekühlte Räume, eine volle Windel und natürlich auch auf Veränderungen in der Stimmung ihrer Bezugspersonen.
Wer ihre Bedürfnisse berücksichtigt und ihnen Priorität einräumt, macht sich den Alltag deutlich leichter. Gerade im Urlaub, wenn die gesamte Umgebung ungewohnt ist, geben vertraute Abläufe der ganzen Familie Halt und Ruhe.
Viertens: Denken Sie an die Reiseapotheke. Thermometer, sterile Kompressen, Pflaster, Wunddesinfektionsmittel und Insektenschutz gehören zu den praktischen Begleitern auf Reisen. Welche Medikamente und welcher Sonnenschutz für Ihr Baby geeignet sind, klären Sie am besten vorab mit der Kinderarztpraxis oder Apotheke.
Fünftens: Informieren Sie Ihre Kinder und beziehen Sie sie ein, indem Sie ihnen erzählen, was Sie vorhaben, auch wenn sie noch klein sind. So fühlen sie sich ernst genommen und einbezogen. Gleichzeitig stärkt dies die Kommunikation innerhalb der Familie und schafft eine wertschätzende Haltung, die auch nach dem Urlaub weiterwirkt.
All Inclusive
Noch etwas schläfrig, was mit kleinen Kindern kaum überrascht, blicke ich gegen Mittag auf den Strand. Für Babys ist das natürlich keine ideale Zeit in der Sonne. Doch allein der Anblick des Meeres und der Sonnenreflexe auf den Wellen weckt in mir dieses besondere Sommergefühl.
Diese Minuten vor dem Mittagessen genieße ich jeden Tag. Anschließend gehe ich nach dem Stillen zur Poolbar, wo mein Mann und mein Sohn bereits auf mich warten. Unser inzwischen angestammter Tisch liegt angenehm im Schatten direkt am Rasen. Dazu gibt es eine gut gekühlte Flasche Weißwein und eiskaltes Wasser. All-Inclusive-Hotels sind für mich eine ideale Möglichkeit, den Tag mit kleinen Kindern zu genießen, ohne ständig an die nächste Mahlzeit denken zu müssen.
Mein Mann ist mit unserem Dreijährigen im Kinderbereich geblieben. Pools, Rutschen, Wasserfälle, Animation: alles befindet sich in einer sicheren Umgebung und bleibt für die Eltern von der benachbarten Terrasse aus gut im Blick. Jeden Tag kommt Alaye mit einer neuen Bastelarbeit und einer lustigen Geschichte zurück. Sobald er auf seinem Hochstuhl am Tisch sitzt, den das Hotel zur Verfügung stellt, erzählt er uns von seinen neuen Freunden. Kurz darauf bringt der Kellner die Kinderkarte und fragt scherzhaft: „Der Herr, was darf es heute sein?“
Dass man ihn ernst nimmt, ihm zuhört und ihn fast wie einen Erwachsenen behandelt, gefällt ihm sehr. Eigentlich erstaunlich, dass uns das bei Kindern immer wieder überrascht. Gerade drei Jahre alt, betrachtet er die bunte Karte, als könnte er längst lesen, wendet sich dann an Antonio, den Kellner, der inzwischen fast zur Familie gehört, und bestellt höflich einen Ananassaft sowie Fisch mit Kartoffeln und Ketchup. Diese tägliche Szene bringt uns jedes Mal zum Lachen. Auch daran werden wir uns später erinnern und lächeln, wenn wir an diesen Urlaub zurückdenken.
Direkter Zugang zum Strand
Nicht mehr ständig über Mahlzeiten nachdenken zu müssen, ist für mich ein wichtiger Teil eines entspannten Familienurlaubs. Doch ein weiterer Grund dafür, dass dieser Urlaub so gut funktioniert, ist der direkte Zugang zum Strand. Einfach zu Fuß ans Meer gehen zu können, wann immer es für uns am besten passt, gibt uns viel Freiheit.
Ich gehe mit Sabrina bei Sonnenaufgang hinunter. Sie ist meist sehr früh wach. Nach dem Stillen, ungefähr gegen sieben Uhr, nutze ich die Gelegenheit. Ich meditiere ein wenig, mache meine Sonnengrüße und einige Atemübungen, so gut es eben geht. Manchmal halte ich sie dabei im Arm, manchmal lege ich sie für ein paar Minuten auf die Matte. Gelegentlich schläft sie, an anderen Tagen beobachtet sie aufmerksam das Licht und hört den Wellen zu.
Danach gehe ich barfuß spazieren. Ich lasse mir Zeit. Ich atme tief durch. Mein Rücken entspannt sich. Ich strecke mich ganz langsam. Diese frühen Stunden sind meine liebste Zeit am Strand. Mein Mann bevorzugt den späten Nachmittag, wenn die Sonne tiefer steht und er mit unserem Sohn Fußball spielt, als wären die beiden Profis.
Danach gehe ich barfuß zurück zum Hotel und wir frühstücken gemeinsam an einem hübschen Tisch im Freien. Frisch gebackenes Brot und frisch gepresste Säfte dürfen nicht fehlen. Ich genieße diese einfachen Dinge am Morgen, das Lächeln des Teams beim Frühstück und sogar so etwas Alltägliches wie einen Wickeltisch im Sanitärbereich, der das Leben mit Baby so viel einfacher macht.
Gemeinsam essen gehen
An einem Nachmittag beschlossen wir, mit der Familie in aller Ruhe essen zu gehen. Das Baby ist zufrieden, solange es ganz nah bei seiner Mutter ist, dachte ich. Also nahmen wir alles mit, was wir während der drei oder vier Stunden an der Promenade brauchen könnten: den Kinderwagen, falls Sabrina einschläft, die Babytrage für den Fall, dass sie wach bleibt, das Laufrad für unseren Dreijährigen, damit er selbst unterwegs sein kann, außerdem Spielzeugautos und Buntstifte für die Zeit am Tisch.
Jetzt fehlte nur noch der passende Ort im Freien, mit genügend Platz zum Spielen für die Kinder und natürlich einer guten Auswahl an Fisch und Meeresfrüchten, wie es sich an der Küste gehört.
Wir begannen früh genug mit den Vorbereitungen. Goldene Regel Nummer eins: Ohne Eile lebt es sich besser. Wir erklärten unserem Sohn, dass wir gemeinsam essen gehen wollten, und versprachen ihm zum Abschluss ein großes Eis. Er war sofort einverstanden. Damit war auch Regel Nummer fünf erfüllt. Zurück waren wir ungefähr zu der Uhrzeit, zu der unser Dreijähriger normalerweise schlafen geht. Auch Regel Nummer drei passte also.
Der Spaziergang war wunderbar. Sabrina schlief durch die gleichmäßige Bewegung unterwegs ein, und Alaye war begeistert mit seinem Laufrad unterwegs, genoss das Abendessen und fand sogar neue Freunde. Bevor wir zurückgingen, schrieben wir an der Promenade noch eine Postkarte an die Großeltern und eine zweite an unsere eigene Adresse, damit sie später als Erinnerung auf uns wartet. Ich bin sicher, dass er in dieser Nacht von der Postkarte und von der Vorstellung träumte, sie nach der Rückkehr im eigenen Briefkasten zu finden.