Es gibt Leute, die wegen der Strände und Promenaden nach Miami kommen, aber manch einer sucht auch die südliche Gastronomie, die in dieser Stadt so viele Varianten hat. Aber gerade in den letzten Jahren ist Miami zum Treffpunkt für Künstler, Sammler, Kritiker, Galeristen und Gelegenheitskäufer geworden, die alle ihre Fantasien in Form von Leinwand, Stahl, digitaler Installation oder Spray ausleben.

 

South Beach ohne klischees

Aber fangen wir am Anfang an. Beginnen wir mit Miami Beach gehen und zum South Beach, wo Carl Fisher sich eine strahlende zukünftige Touristenstadt vorstellte. Der große Bauboom sollte zwischen den 1920er und 1940er Jahren kommen, als die meisten der Art Déco und MiMo (Miami Modern) Gebäude, die heute diesen Teil der Stadt schmücken, errichtet wurden.

Zwischen der 5. und 23. Straße - seit Neuestem Art Deco Historic District genannt - sind mehr als 800 historische Gebäude erhalten, die durch ihre geometrischen Formen, Pastellfassaden und Pflasterwände ins Auge fallen.

Ein einzigartiger Stil, der auch am Meer mit einem weiteren Wahrzeichen der Stadt aufging: 13,6 Kilometer Strand, an dem die berühmtesten Rettungshütten der Welt gebaut werden. Diese einzigartigen Elemente existierten bereits in den 1920er Jahren, aber wurden im Laufe der Zeit erneuert. Viele der 31 Stände, die wir heute sehen, stammen von William Lane, einem lokalen Architekten, der sie in den 90er Jahren entwarf.

After sun messen

Auf diesen ausgedehnten Sandplatz treffen jedes Jahr im Dezember die Sonnenanbeter auf eine andere Art von Besuchern: die Teilnehmer der Miami Art Week. Um diese Zeit machen sich Messezelte am Strand und an anderen Freiflächen wie dem Collins Park und dem Soundscape Park breit. Eine Zahl, die das Ausmaß des Events verdeutlicht: Parallel zur  Kunstwoche finden gleichzeitig 20 Kunstmessen statt, die von mehr als 1.200 Galerien besucht und von Tausenden von Künstlern begleitet werden.

Ihr Epizentrum ist die Art Basel, die amerikanische Version der renommierten Schweizer Messe (die im Juni stattfindet) und die (im März) auch in Hongkong vertreten ist. Dazu beginnen in derselben Woche die SCOPE, Art Miami, Untitled, NADA Art Fair, Art Miami, Aqua Art Miami,.... jede mit ihrem eigenen Stil und ihren eigenen Vorschlägen.

So entstand Wynwood Walls. Heute ist diese Open-Air-Kunstgalerie das touristische Epizentrum eines Stadtteils, in dem Peter Tunney oder Shepard Fairey (Autor des berühmten Obama-Plakats „Hope“), bis hin zu Bordalo oder The London Police ihre Spuren hinterlassen haben.

Und - Achtung! - Graffitikünstler und Wandmaler wie Maya Hayuk, Aiko und Lady Pink. Doch Wynwoods urbane Revolution endet hier noch lange nicht. Die Farbsprühdosen haben auch andere Kunstschaffende und Sammler angezogen. So haben sich in den letzten Jahren wurden mehr als 70 Galerien zwischen Biscayne Boulevard und NW 6th Avenue angesiedelt.