Palma de Mallorca kann weder ein Guggenheim noch ein überwältigendes Gebäude vorweisen, das Titelseiten schmückt. Und doch hat es die Hauptstadt der Balearen in den letzten Jahrzehnten geschafft, sich in eine Kulturmetropole zu verwandeln, die Kulturtouristen aus aller Welt anzieht. All dies basiert auf nachhaltigen Projekten, wechselnden Galerien und attraktiven Interventionen, die Auswirkungen auf ihre Klischees haben und ihren Zauber neu gestalten.

 

Um hinter das Geheimnis des Potenzials der Stadt zu kommen, ist es nicht unbedingt notwendig, sich mit Büchern zu bestücken oder spezialisierte Reiseführer zu Rate zu ziehen. Lass dich einfach treiben, öffne deinen Geist und tauch in die verschiedenen Universen ein, die die Künstler hier erschaffen. Wenn nämlich irgendetwas dieses neue Gesicht von Palma prägt, dann sind es die Stadt, ihre Plätze und Denkmäler als Hauptdarsteller, da die zeitgenössische Kunst und Architektur für einen Dialog zusammengekommen sind und nicht um absolutistisch zu regieren.  

Alles wegen Miró

Es gibt mehrere Gründe, die diesen kulturellen Frühling der Balearen-Metropole erklären. Auf der einen Seite stehen der Hafen und die Handelstätigkeit, die seit jeher ein offenes Fenster für Einflüsse aus der ganzen Welt sind. Außerdem herrscht noch ein unschlagbares Klima, das schon in der Romantik Musiker wie Chopin und Schriftsteller wie Robert Graves auf die Insel Mallorca zog. Und schließlich führte eine Sensibilisierung der Stadt selbst dazu, vergessene Denkmäler wieder zu restaurieren und zu eröffnen.

Aber alle diese Faktoren, die es auch an anderen Reisezielen auf der ganzen Welt geben könnte, weisen ein zusätzliches Schlüsselelement auf: Joan Miró. Die Figur des großartigen abstrakten Geistes, seine Formen und Landschaften sind bereits Teil des mallorquinischen Gedächtnisses.

Bollwerke und galerien

Es Baluard ist der große kulturelle Mittelpunkt im Zentrum der Stadt, ein einzigartiger Raum, in dem Steine zum Leben erweckt werden und Stege aus Cortenstahl die Räume miteinander verbinden, in denen die besten der verschiedenen Sammlungen der Regierungen der Insel und anderer mit Mallorca verbundener Mäzene ausgestellt sind. Das Ergebnis ist unumstritten, mit Werken der ersten spanischen Avantgarde-Künstler (mit Rusiñol und Sorolla), gefolgt von den europäischen (Munch, Picasso, Van Dongen....) und schließlich mit den besten Künstlern von heute, mit festen Namen wie Abramovic, Calatrava oder Barceló.

Über diese Künstler hinaus ist Es Baluard aufgrund seiner Terrasse und der Aussicht zu einem angenehmen und unumgänglichen Ort für jeden Spaziergang durch Palma de Mallorca geworden.

Die Dynamik dieses Ortes hat die Kunstgalerien der Stadt dazu veranlasst, sich mehr der Öffentlichkeit zu öffnen. Die Vereine Art Palma Contemporari und AIGAB haben sich mit Initiativen, wie dem Nit de l’Art, als große kulturelle Entertainer etabliert: ein Abendprogramm mit Aktivitäten aller Art zwischen Gemälden oder Art Palma Brunch, eine morgendliche Veranstaltung im März, an dem das Sonntagsprogramm par excellence mit neuen Talenten der Malerei und Bildhauerkunst kombiniert wird.

 

Modernismus und unerwartete moderne

Die Mischung der neuesten kreativen Trends mit der Monumentalität von Palma ist ein Genre für sich. In der Tat war sein Symbol schlechthin, die Kathedrale, schon immer Vorreiterin für neue Trends. Gaudí führte im frühen 20. Jahrhundert ihren Umbau durch und hinterließ in Form eines himmlischen Baldachins seine Spuren.

In diesem Tempel schuf Miquel Barceló vor fünfzehn Jahren sein Wandgemälde in der Kapelle des Allerheiligsten. Dabei verwendet er auf expressionistische Weise Ton und mehrfarbige Keramik.